BVB: Thomas Tuchel in Dortmund vorgestellt

By | 8. Juni 2015
BVB: Thomas Tuchel in Dortmund vorgestellt

Foto: SH Photography / Flickr (CC BY-NC-ND 2.0)

Für Borussia Dortmund ist eine enttäuschende Saison am vergangenen Wochenende mit der 1:3-Pleite im Endspiel des DFB-Pokals gegen den VfL Wolfsburg zu Ende gegangen. Auf Rang sieben konnte sich der BVB gerade noch für die Europa-League-Playoffs qualifizieren. Jürgen Klopp hat sich ohne weiteren Titelgewinn verabschiedet. Am Mittwoch wurde Thomas Tuchel offiziell als sein Nachfolger vorgestellt. Der Ex-Mainzer hat bereits ganz konkrete Pläne für die kommende Spielzeit.

„Ich bin überglücklich, ab heute offiziell BVB-Trainer zu sein. Während meiner Auszeit hatte ich den Wunsch, einen Bundesliga-Top-Klub zu trainieren, einen Traditionsverein und einen großen Herausforderer. Der BVB ist ein ernsthafter Herausforderer in allen Wettbewerben und vor allem für die nationale Spitze“, sagte Tuchel bei seiner ersten Pressekonferenz als Dortmund-Coach.

Mehrere Jahre lag der BVB mit Bayern München an der Spitze der Bundesliga. Nun aber hat sich das Machtgefüge geändert. Vereine wie Wolfsburg, Gladbach und Bayer Leverkusen sind an den Dortmundern vorbeigezogen. Daher sieht Tuchel seine Mannschaft nicht als Titelkandidat, sondern als „ernstzunehmenden Herausforderer“. Gleichzeitig aber hob er die Qualität im Kader hervor. Mit dieser sei es möglich, seine Vorstellungen vom idealen Fußball umzusetzen: „Ich hoffe auf sehr viel Ballbesitz, der macht mir Spaß und der macht auch den Fans Spaß.“

In Sachen Kaderplanung wollte sich Tuchel nicht konkret äußern. „Wir sprechen fast täglich über den Kader. Es gibt natürlich keinen personellen Forderungskatalog. Ich sitze bestimmt nicht am Schreibtisch und schreibe auf, wer soll raus und soll bleiben. Das liegt mir fern. Ich möchte mir in der täglichen Arbeit ein eigenes Bild von den Spielern machen. Die Mannschaft ist total ausgewogen zusammengestellt, sie hat ein tolles Durchschnittsalter“, so der 41-Jährige weiter.

Trotzdem soll der Kader punktuell verstärkt werden, um in Sachen Meisterquoten bei Portalen wie 32Red oder Sportingbet wieder zu den Titelanwärtern zu zählen. Als Abgänge stehen Sebastian Kehl (Karriereende) und Ilkay Gündogan (noch offen) bereits fest. Als Ersatz für das zentrale Mittelfeld hat der BVB Gonzalo Castro (Bayer Leverkusen) und Julian Weigl (1860 München) geholt. Zudem soll der Mainzer Johannes Geis immer noch ein Thema sein.

Eine große Baustelle für Tuchel bleibt nach wie vor der Angriff. Ciro Immobile konnte die in ihn gesteckten Erwartungen nicht erfüllen und steht Medienberichten zufolge schon wieder vor dem Absprung. Der Italiener wird mit einer Rückkehr in die Serie A zum AS Rom in Verbindung gebracht.

Wunschkandidat für den Sturm war lange Zeit Kevin Volland. Der 22-Jährige hat seinen Vertrag bei der TSG Hoffenheim aber vorzeitig verlängert. Dortmund muss sich anderweitig umschauen.

Bis zum Rückrundenstart hat Tuchel noch rund zwei Monate Zeit, um den Kader nach seinen Vorstellungen anzupassen. Die Vorbereitung auf die neue Spielzeit hätte er sich aber anders gewünscht. Am liebsten, „ohne diese unsägliche Länderspielabstellung, damit sich das Team an uns gewöhnen kann. Sie ist eine massive Beeinträchtigung.“

Tuchel wird aber nichts unversucht lassen, Borussia Dortmund wieder zu einer nationalen und internationalen Spitzenmannschaft zu formen. Vor dem Start in die Liga hat Tuchel mit den Europa-League-Playoffs und dem Pokalauftakt gleich zwei Hürden zu nehmen. Bei 32Red sind die Quoten für die Spiele der Borussia nach der Auslosung umgehend verfügbar.

Ein Tipp auf die Dortmunder könnte sich durchaus lohnen. Tuchel hat in seiner bisherigen Trainerkarriere in der Bundesliga 42,7% seiner Spiele gewonnen und dabei im Schnitt 1,51 Punkte geholt. Sein Vorgänger Jürgen Klopp erreichte mit Mainz 1,50 Punkte durchschnittlich. Erst beim BVB konnte er seine Bilanz auf 1,72 Punkte aufbessern.

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