Die Hoffnung auf deutlich sinkende Zinsen schwindet

Sowohl der Markt als auch die Experten scheinen nicht mehr an einen starken Rückgang der Zinsen zu glauben.

In ihrem wöchentlichen Rückblick gibt die Danske Bank an, dass sie ihre Prognose zukünftiger Zinsbewegungen der Europäischen Zentralbank (EZB) aktualisiert hat. Die Bank erwartet im Juni und Dezember dieses Jahres zwei weitere Zinssenkungen um 25 Prozentpunkte. In einer früheren Prognose hatte die Bank für dieses Jahr drei Rückgänge prognostiziert.

Die Bank geht davon aus, dass die EZB die Zinsen im nächsten Jahr langsamer als bisher prognostiziert, also nur dreimal, senken wird. In der bisherigen Prognose gab es vier Rechnungen für das kommende Jahr.

„Wir gehen davon aus, dass der 12-Monats-Euribor im nächsten Jahr bei etwa drei Prozent liegen wird“, sagte die Bank.

Die Bereitschaft der Zentralbank, die Leitzinsen deutlich zu senken, wird durch die anhaltend hohen Inflationserwartungen eingeschränkt.

Diese Woche übertraf das Tempo des im Euroraum zwischen Januar und März ausgehandelten Lohnwachstums die Erwartungen, was die Wahrnehmung eines anhaltenden Inflationsdrucks stützt. Die Löhne stiegen jährlich um 4,7 Prozent. Darüber hinaus stärkten die ersten Einkaufsmanagerindizes für Mai den Ausblick, insbesondere für die Erholung der Industrieauftragsaussichten, sagte Danske Bank.

Chefinspektor von Nordea John Van Gerich Die EZB geht davon aus, dass sie im Juni mit der Senkung ihres Leitzinses beginnen wird, erwartet jedoch nur eine langsamere Senkung.

„Selbst in unserer eigenen Basisprognose werden die Zinsen in moderatem Tempo sinken, und ein Rückgang des Einlagensatzes der EZB um weniger als zwei Prozentpunkte in den nächsten anderthalb Jahren ist deutlich geringer und langsamer als der Anstieg um 4,5 Prozentpunkte 2022 und 2023“, stellt Gerich in seinem Artikel fest.

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Der Chefanalyst betont jedoch, dass weiterhin verschiedene Zinspfade möglich seien.

„Die EZB selbst hat von einer Normalisierung der Zinssätze gesprochen. In der Praxis werden die Zinssätze schrittweise auf ein langfristiges Gleichgewichtsniveau zurückkehren. Mit anderen Worten: Von der derzeit straffen Geldpolitik werden wir schrittweise zu einer neutralen Geldpolitik zurückkehren.“

Historisch gesehen war eine solche Normalisierung der Zinssätze jedoch selten erfolgreich, und auf eine Straffung der Geldpolitik folgten in der Regel Konjunkturimpulse, erinnert Gerich.

Laut Gerich kann man aus historischen Zinssenkungszyklen viel lernen und eine ihrer Botschaften ist, dass die Zinsen derzeit stärker und schneller fallen als erwartet.

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