Forscher: Russlands Gegenoffensive hat in der Ukraine begonnen – eine Wende der Situation

Kurzfristig brauche die Ukraine Munition und Raketen, mittelfristig mehr Truppen, schätzt Jack Watling.

Russlands erwartete Sommeroffensive in der Ukraine begann mit Angriffen auf Charkiw. Allerdings werde Russland nicht in die Stadt stürmen, sondern in diesem Sommer ukrainische Bodentruppen zum Ziel haben, sagte der britische Bodenkriegsforscher Dr. RUSI (Royal United Services Institute). Jack Watling Neu Seiner Meinung nach.

Laut Watling betrug die Stärke der russischen Invasionstruppe 510.000 Soldaten, eine deutliche zahlenmäßige Überlegenheit gegenüber der Ukraine.

Russland musste während des Krieges bereits schwere Verluste an Offizieren und hochqualifizierten Einheiten hinnehmen, was seine Fähigkeit zur Durchführung großer Operationen, d. h. auf Brigade- oder Divisionsebene, einschränkte. Deshalb dominiert der Angreifer gegen die Ukraine oft an keiner bestimmten Stelle.

Watling glaubt jedoch, dass Russland die Situation nun zu seinen Gunsten wendet. Die Front ist fast 1.200 Kilometer lang und mit seinen mäßig fortgeschrittenen lokalen Angriffen ist es Russland gelungen, die ukrainischen Truppen entlang der Front um einige Punkte zurückzudrängen und die Verteidiger zu zwingen, ihre Artillerie zu positionieren, um die Angriffe abzuwehren.

So beginnt die russische Sommeroffensive in Charkiw, wo die Ukraine Truppen und Waffen stationieren muss, von der Luftverteidigung bis zur Artillerie. Dann steigt der Druck im Süden, wo Russland im Sommer 2023 mit der Rückeroberung der von der Ukraine eroberten Gebiete droht und Druck auf die Stadt Saporischschja ausübt.

Dies wiederum würde die Ukraine dazu zwingen, ihre Reserven in das Gebiet zu verlegen, woraufhin die eigentliche russische Offensive beginnen würde. Watling schätzt, dass dies in der Donbass-Region geschieht, wo Russland bereits langsam, aber sicher voranschreitet. Ziel war es, die ukrainische Versorgungslinie zwischen Kostjantyniwka und Kramatorsk abzuschneiden.

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Gelingt dies, kann Russland seine Bewegung nach Norden und Süden fortsetzen. Laut Watling strebt Russland jedoch keinen großen Durchbruch an, sondern versucht vielmehr, der Ukraine zu zeigen, dass sie in der Lage ist, ihren unvermeidlichen Fortschritt fortzusetzen.

System.

Tornado-S-Startrampe.

Bildnachweis: Verteidigungsministerium der Russischen Föderation/Wikimedia Commons (CC-BY-4.0)

Die Situation in der Ukraine wird durch den Mangel an Flugabwehrraketen erschwert. Laut Watling konnte Russland bereits seit mehreren Monaten eine erhebliche Anzahl fliegender Bomben aus Flugzeugen auf den Hals der Verteidiger abwerfen.

Darüber hinaus ist die Ukraine gezwungen, ihre Raketen zur Bekämpfung feindlicher Drohnen einzusetzen, sodass russische Spionageflugzeuge vom Typ Arlan-10 im frontalen Luftraum operieren können. Geheimdienstinformationen werden beispielsweise für Schnellangriffe mit 9M723-Raketen (Iskander) und Tornado-S-Raketen genutzt.

Laut Watling hat Russland in den vergangenen Tagen erfolgreich ein ukrainisches Pugh-Flugabwehrsystem angegriffen und zwei Hubschrauber beim Betanken zerstört.

Auch die Flugabwehrressourcen der Ukraine sind unzureichend: Das Land muss sich zwischen dem Schutz eines lebenswichtigen nationalen Luftsystems oder dem Schutz der Frontlinien entscheiden.

Was kann man gegen die Situation tun? Laut Watling ist die kurzfristige Dynamik klar: Je schneller der Westen Flugabwehrraketen und Artilleriemunition in die Ukraine schicken kann, desto langsamer muss sich das Protektorat zurückziehen.

Mittelfristig wird das Problem von der Ukraine gelöst. Derzeit gibt es nur sehr wenige Truppen, daher sollte die Zahl der Soldaten erhöht werden. Allerdings ist die Hilfe des Westens entscheidend, wenn es um die Ausrüstung geht, die die Truppen unterstützt: Artillerie, Flugabwehr, elektronische Kriegsführung und Vorhutfahrzeuge.

Derzeit ist die Lage in der Ukraine dramatisch. Laut Watling sollten die Verbündeten der Ukraine mehr Munition importieren, die militärische Ausbildung der Ukraine unterstützen und industrielle Investitionen tätigen, die diesen Schritt unterstützen.

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Die Auseinandersetzung mit diesen Fragen würde auch Russlands Sommeroffensive schwächen und der Ukraine die nötige Atempause verschaffen, nach der sie die Initiative ergreifen kann.

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